3. Seelengesetz: Die Seele kann NICHT zerbrochen werden:

 

Eigentlich hätte ich dieses Gesetz ganz vorweg stellen sollen, beherbergt es doch eine große Hoffnung für alle Menschen mit erlebten schweren Traumata!

Wenn ich als Therapeut dieser Meinung bin, dann kann ich bei der Arbeit auch schwerst-verletzten Seelen beim Heilen zusehen. Es ist aber sehr wichtig, dass ich nicht denke, wenn ein Mensch ein Trauma erlebt hat, dann sei er für immer hinüber.

Ich möchte keine Illusionen schüren. Das Trauma wird wohl immer im Gehirn vor allem im lymbischen System erinnert werden. Doch wenn der Klient erst einmal dazu bereit ist, sich zu erinnern und das Geschehene zu bearbeiten, dann entstehen aus der Geschichte auch neue Wege. Diese sind im Klienten selbst schon angelegt, wie jede Lösung privater Probleme. Der Therapeut ist nur dafür da, den Klienten zu befreien, diese Wege auch zu erkennen! GEMEINSAM gehen wir auf die Suche, wie Detektive nach den Möglichkeiten des Klienten. Hierbei stehen dem Therapeuten gewisse sehr effektive Methoden ( griechisch für Weg oder Wegebnung) zur Verfügung.

Eine ganz wichtige Rolle hierbei spielen die Gefühle des Klienten, welche nicht direkt veränderbar sind, aber welche durch gezieltes aufrufen (kein Mensch hat in seinem Leben NUR schlechte Erfahrungen gemacht) Energien bereitstellen, um neue und ungewohnte Wege zu beschreiten.

„Es ist nie zu spät eine gute Kindheit gehabt zu haben“ sagen die Logotherapeuten, und sie haben Recht, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann!

 

2. Seelengesetz: Der innere Dialog

Wie der Mensch nach Außen spricht, so spricht er auch mit sich Selbst.

Gedanken formen innere Bilder, Bilder werden zu Worten und ungekehrt.

Ich spreche hier aus meiner persönlichen Erfahrung. Also ist es wohl nicht wissenschaftlich!

Doch dieses Gesetz, dass wir nach Außen reden, wie wir uns nach Innen fühlen, scheint eine therapeutische Wahrheit zu sein.

Um es klar vorweg zu sagen: Ich bin kein Freund von Worten wie „Scheibenhonig“ für „Scheiße“ oder grantig Schatzilein zu rufen, wenn einem jemand die Vorfahrt im Straßenverkehr nimmt. Doch vielleicht ist diese Aversion gegen diese Art des Schönredens auch noch ein Überbleibsel  meiner Negativ-Kommunikation mit mir Selbst… Das kann ich momentan noch nicht sagen.

Ich weiß nur, dass ich mal einen lieben E-mail-Freund hatte, mit dem ich ruhig und freundlich die schwierigsten Themen beredet habe.. Und das hat mir sehr, sehr gut getan. Ich bemerkte tatsächlich, wie sich mein Selbstbild wandelte. Das hatte sicherlich viele Gründe. Doch ich empfinde, dass einer davon bestimmt die Art der Kommunikation war!

Des weiteren sind absolute Feinde der Kommunikation mit sich Selbst Sätze wie: „Ich kann nicht“, „das wird böse Enden“, „was da alles passieren kann“, „das bekomm ich nie hin“, „an diesem Umstand kann ich nichts ändern (ohne einen Weg aufzuzeigen, an dem man beginnen kann, etwas zu verändern)“, „ich blöde Kuh, hab einen Fehler gemacht“ und so fort.

Von außen machen sich solche inneren Sätze bemerkbar in einem ständig verbessern müssen von anderen Menschen, einem überkritischen Umgang mit anderen Menschen usw.

Was ich sagen will: Wenn Ihr jemand kennt, der eine Droschkenkutschersprache an Euch hin spricht, einer, der Euch dauernd ohne ersichtlichen Grund verbessern muss, jemand, der es Euch nicht leicht macht, mit Ihm zusammen zu sein, dann könnt Ihr Euch immer sagen, der arme Mensch, wie spricht er nur mit sich selbst? Vielleicht könnt Ihr dann die negative Feedback-Schleife durchbrechen und Ihr schafft es, dem Menschen dennoch positiv gegenüber zu treten, oder zumindest, dass seine Art des Redens Euch nicht mehr anficht. So viel wäre gewonnen, wenn alleine das schon möglich wäre!

Wir alle sind miteinander verbunden, nicht nur im Web. Auch unsere Aura, unsere Ausdünstung wirkt auf andere Menschen. Ich bin mir sicher, das wisst Ihr!

Für mich ist Twitter daher fast therapeutisch wirksam. Ich habe genug Distanz, um mir meine Art des Schreibens zuerst zu überlegen. Das hilft mir viel!

Ich gehen weiter in der besseren Art der Kommunikation mit mir Selbst, und somit auch mit meiner Umwelt. Das ist sehr schön! Danke Euch!!

 

Logotherapeutische Lebensweise

 

Ich besuche das Methodenseminar bei Frau Dr. Hadinger und Frau Dr. Mrusek in Tübingen im Rahmen meiner logotherapeutischen Grundausbildung nach der Lehre Viktor Frankls. In den Seminaren bekommen wir Methoden vorgestellt, die möglichst einfach und effektiv sind. Die beiden Lehrerinnen erklären die Methode, machen sie uns in einem Rollenspiel vor und wir, die Schüler tun uns danach zu zweit zusammen und üben, indem jeweils einer der Therapeut und einer der Klient ist. Das hat natürlich zur Folge, dass in jedem von uns auch eigene Probleme ans helle Licht treten, da wir ja auch einmal Klient sein müssen.

 

Es kristallisiert sich hierbei der Kern der eigenen Psyche und ihr Urproblem heraus. Anstrengend ist das! Aber was sich auch herausstellt sind gewisse, immer gleiche Muster, oder Seelengesetze. Ein paar sind mir schon klar geworden. Diese möchte ich nun hier Stück für Stück besprechen. Wenn einer von Euch noch ein Seelengesetz weiß, dann wäre es schön, er würde es hier zur Diskussion stellen!

 

Zunächst aber erläutere was nach Frankl einen „gesunden“ Menschen ausmacht:

Im Mittelpunkt seiner Beobachtungen steht, dass der Mensch unbedingt ein für ihn sinnvolles Leben führen muss:

Es gibt für Frankl 3 Arten, wie der Mensch Sinn verwirklichen kann: a) durch schöpferische Werte, zum Beispiel bei der Arbeit, oder eher beim Wirken was der Mensch tun sollte solange es seine Gesundheit und sein Umfeld das zulassen. Psychische Gesundheit heißt nicht, dass ich unbedingt frei von Widersprüchen sein muss, sondern dass ich nicht vor Aufgaben zurückschrecke, weil sie vielleicht meine Scheu vor Menschen nicht berücksichtigt, sondern dass ich bereit bin, diese Schwäche zu überwinden, weil es meine eigene Entscheidung ist und weil ich mich nicht meinen Charakterschwächen hingebe. Ich bin nicht Opfer, sondern jede Situation beinhaltet einen Entscheidungscharakter! Das gelingt, weil ich den Aufgabencharakter des Lebens anerkenne und mir die Sinnmöglichkeiten der Situation erschließe. b) durch Erlebniswerte, die man verwirklicht, wenn man durch die Natur läuft und z.B. erkennt in welch wunderbarer Welt einem das Leben gestattet ist, oder indem man die Menschen und ihre schöpferischen Werke würdigt und in sich aufnimmt. Hier stelle ich nichts aus mir heraus, sondern nehme etwas wertvolles in mich hinein. c) durch Einstellungswerte indem man zum Beispiel eine unheilbare Krankheit mit Würde trägt und auch auf diesem letzten Weg noch Sinn verwirklicht indem man nicht wehklagend jeden Tag verbringt und es seinem Umfeld noch schwerer macht, als es sowieso schon ist, sondern indem man vielleicht die Ernsthaftigkeit seines Glaubens unter Beweis stellt und dem Umfeld zeigt, dass man sich geborgen fühlt und keine Angst hat. Dies setzt einen starken Willen voraus und das Leben von liebevollen Beziehungen. Ebenso bedeutet es, dass ich letztendlich Verantwortung nicht nur für mich übernehme, sondern auch für meine Mitmenschen! Der Mensch krankt hauptsächlich dann, wenn er sich dem Lebenssinn verschließt, oder nicht die Verantwortung für sein Leben übernimmt!.