Jeder Mensch ist schön!

Bevor ich in den Kurzurlaub nach Dresden fahre, mag ich Euch noch schnell eine österliche Grundprämisse von mir aufschreiben

 

1. (Seelen-) Gesetz: Jeder Mensch ist schön!

 

Es ist kein echtes Seelengesetz, obwohl doch auch. Weil es bedeutet, solange die Seele mit im Tun ist und herausstrahlt, solange strahlt der Mensch. Im Grunde bedeutet es: Jede Seele ist schön!

Was ist eigentlich die Seele? Nun, ich kann und will hier nicht den  eventuell unsterblichen Anteil des Menschen, der in vielen Religionen zur Sprache kommt diskutieren. Das sind Glaubensfragen. Was ich hier mit Seele meine, das ist der Kern des Menschen, der vielleicht genetisch in ihm ruht und ihm vorgibt, wie er leben sollte. Der ihm sagt, welche Werte ihm besonders wichtig sind und wie er „funktioniert“. Man fühlt diese Seele nur beim Verschenken von Dingen, wie dem Verschenken von Liebe, Fürsorge, Wissen, Meisterschaft. Wobei es nicht heißt, dass ich mich nicht auch um eine Entlohnung bemühen darf. Nach oder vor dem Tun. Zum Beispiel handle ich VOR dem Halten eines Vortrags die Geschäftsbedingungen aus. Ich bekomme NACH dem Verschenken von Liebe wiederum Liebe zurück. Wichtig ist, dass ich auf keinen Fall während der Handlung an Dinge denke, die ich bekomme. Das tut die Seele nämlich nicht. Und dieser vermeintlich kleine Fehler verdirbt ALLES. Paradebeispiel ist ein Politiker, der bei all seinen Handlungen nur an die Wiederwahl denkt. Aber auch wir, die wir vielleicht Kinder erziehen und bei dieser Fürsorge nicht allein ans Kind denken, sondern daran, dass wir von ihm dafür geliebt werden, sind da nicht besser.

 

Wenn das Ego mit ihm Spiel ist, dann kann die Seele nicht leuchten!

 

Wenn wir also Dinge Selbstvergessen tun, wie zum Beispiel ein Bild malen, Schritt für Schritt einen Berg besteigen, ein Baby herzen und umsorgen, uns mühen um eine sehr schnelle Runde auf einer Rennstrecke, wahrhaft ein Unternehmen führen, im Studium wirklich verstehen wollen und uns in Bücher vergraben nicht wegen der Noten, uns wahrhaft um einen geliebten Menschen kümmern, ihn ansehen und uns freuen, wenn er etwas wahrhaft tut, beim Sex den Körper des anderen erforschen, und nicht nur zum Höhepunkt kommen wollen, einen Laden betreiben und uns um die Ware und ihre Präsentation kümmern, die Kunden dort wirklich bedienen, eine Straße kehren, Meter für Meter um sie sauber zu machen. Wir empfinden tiefste Zufriedenheit bei all diesen Tätigkeiten. Ich könnte noch Unmengen mehr aufzählen.

Und bei all diesen Handlungen sind wir schön, weil unser innerster Kern nach außen scheint!

Ich schaue mir beispielsweise auch gerne Menschen an, die Dinge auf diese beschriebene Art tun, die meinem Wesen fremd sind, und dann bin auch ich schön, weil ich wahrhaftige Dinge in mich hinein lasse und so kann das Strahlen der anderen Seele, das in mich hinein geht, meine Seele zum schwingen bringen und so strahlen wir gemeinsam, wie bei einem Konzert, wenn alle sich im Einklang von der dargebotenen Musik tragen lassen.

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch frohe Ostern! Möge die Aura dieses schönen Festes Euch gemeinsam zum Schwingen und Leuchten bringen!

Vielfalt schätzen

Ich bin nach so kurzer Zeit schon beeindruckt, welch Vielfalt an menschlichem Verhalten ich sehen darf. Und ich freue mich echt darüber. Ich habe die Autoren von zwei Kommentaren gebeten, ob ich ihre Kommentare für einen Artikel verwenden darf.

Hui, das finde ich eine sehr große Verantwortung. Ich rede ja letztendlich ÜBER zwei Menschen, die ich nicht einmal persönlich kenne.

Nun ja, aber da ich echte Wertschätzung für die Kommentare empfinde stehen die Chancen gut, dass ich es einiger Maßen hinbekomme.

Da wäre zuerst ein glasklarer Kommentar von Ekeldude, wie mit dem Skalpell geschnitten:

„der unterschied ist die sichtweise. du willst gewürdigt werden, richtest dich also nach aussen. ich meine du willst besser “dastehen” richte mich also an dich. das problem kann bei anderer betrachtung ganz harmlos aussehen. und du kümmerst dich eben nicht um das was du willst. was willst du denn? was weiss ich was du willst. du willst auf jeden fall eine gute gemütliche stellung in der hierarchie. dann kümmere dich um dich. nicht um die anderen, ja das klingt komisch.

ehrlich zu sich selbst sein! ohne rücksicht auf wunden!

ich habe keine empfindlichkeiten die der rede wert sind. jeder hat so seine dinge die ihn beschäftigen. ich bin einfach ehrlich zu mir und bewahre mir immer etwas von “esperanza”…

ABER: es gibt keinen masterplan. wenn du nicht deinen weg gehst, dann gehst du garnicht! manchmal ist es schwierig, da zeigt sich wie gut du bist!
ABER: es gibt auch kein gut und böse! es gibt nur sein. jeder ist sich selbst der richter und der henker! …“

Diesen Artikel fand ich wunderschön, weil er durchwegs wahr ist. Aber, lieber Ekeldude, ich denke nicht, dass ich per Beschluss über meine Wunden hinweg gehen kann. Die meisten Menschen, oder zumindest alle, die nicht die gleiche, oder ähnliche Wunden, oder Empfindlichkeiten haben SEHEN die Wunde und wissen, was zu tun wäre. Nicht so wunderschön und glasklar wie Du es geschrieben hast, aber als Ahnung.

Doch ich habe Jahre gebraucht, mir erstens überhaupt darüber klar zu werden, dass das meine Wunden sind, die mir Schmerzen bereiten und nicht die böse Welt. Zweitens brauchte es wieder lange Zeit, bis ich mir das anhören konnte, wenn jemand mir die Wahrheit sagt und drittens lerne ich gerade, wie ich mit den Wunden umgehen muss, wann sie mein Handeln bestimmen wollen und wann nicht.

Das ist eben ebenfalls eine unumstößliche Wahrheit. Eine innerpsychische.

Und Du verlangst viel von Deinen Mitmenschen, wenn Du möchtest, dass die Wahrheit gesehen werden kann, ohne, dass Du auf Empfindlichkeiten Rücksicht nimmst. Ich weiß ja auch gar nicht, ob Du das anstrebst… Auch kann ich verstehen, dass Du die Nase voll davon hast das Wahre immer irgendwie verpacken zu müssen. (und von Redundanzen, gell? 🙂 ) Aber ohne Rücksicht verbreitet sich die Wahrheit eben eher schleppend. Alles zu seiner Zeit, finde ich. (Inhaltlich gehe ich auf den Kommentar noch einmal bei den Kommentaren ein, wenn alls Seismographen in mir Ruhe geben, eben)

Dann hätte ich als fast genaues Gegenteil einen wundervoll warmen Kommentar von Sternenmädchen: das war zu einem anderen Artikel. 

„ja, deine sichtweise auf “allgemeine”, NICHT von menschen in deiner unmittelbaren persönlichen umgebung , gemachte verletzungen , die

finde ich gut. Ich bin sogar der meinung, daß mich manche menschen gar nicht verletzen können, weil ich zu wenig bezug zu ihnen habe.
in meinem weblog habe ich einen leitspruch angeführt, den ich mir von marc aurel dem römischen kaiser ausgeliehen habe : ” es wäre dumm , sich über die welt zu ärgern; sie kümmert sich nicht darum”.
mit hilfe dieses aphorismus, ist es mir schon manchesmal gelungen, eine zugefügte verletzung mit “einfach ignorieren und vergessen ” , abzuhaken.“

Wie wunderbar Sternenmädchen mir signalisiert, dass sie nachempfinden kann, was meine Probleme mit verletzt werden sind, und woran ich gerade arbeite. Sie macht das bestimmt nicht bewusst, ein gütiges Herz hat sie in ihrem Leben sicher gelehrt, was Menschen brauchen. Und so fühlt man sich bei ihr, wie in den Arm genommen und geborgen. Und um dennoch zu vermeiden, dass wir gemeinsam stehen bleiben in einer Verhaltensweise, die wir ja beide nicht gut finden, hängt sie noch das Wort des römischen Kaisers an. Durchweg positiv ist diese Kommunikation.

Ich weiß nicht, ob das immer gut ist so zu kommunizieren, aber ich habe mich sehr gefreut über den warmen Kommentar. Eine andere Frage ist dann die, ob das Einzige, was so liebe Menschen tun können ist, dass sie eben Beleidigungen an sich abprallen zu lassen.

 

Glasklare, schnörkellose, nur auf eine Wahrheit ausgerichtete Kommunikation. Sie glitzert wie ein Diamant. Aber der wunderbare Mensch, der das schreibt nennt sich selbst Ekeldude. ???

Und die warme, seelenvolle und sehr einfühlsame Einlassung von Sternenmädchen.

Dennoch muss ich ein bisschen traurig feststellen, dass ich, als auch eher gefühlsbetonter Mensch, hier vielleicht auch ein wenig unfair zum ersten Kommentar war. Und bin mir deshalb etwas unsicher, was diesen Beitrag angeht.

Ich finde beide Kommentare letztendlich aber ganz wundervoll und habe mich deshalb dazu entschlossen. Denn ich finde, dass hier im web 2.0 oftmals etwas vorschnell auf Konsens gemacht wird. Das ist nicht Web 2.0 spezifisch, das ist überall so. Vielleicht fiel es mir hier nur auf, weil ich es hier überhaupt nicht erwartet habe