warum ich Glauben gut finde und Religiosität nicht

ich höre in letzter Zeit viel Häme die über Leute gegossen wird, die Glauben. Glauben an ein nicht beweisbares, übernatürliches Wesen, das wir hierzulande Gott nennen.

Ich frage mich dann immer, ob damit wirklich der Glaube gemeint ist, oder eher die Religiosität?

Der Glaube kann eigentlich nicht gemeint sein, oder? Glaube bedeutet für mich das Leben nach einer Ethik, die für Christen in Jesus personifiziert ist. Eine Ethik, die auf ganz wenigen aber umso wesentlicheren Pfeilern ruht:

1. verletze nicht

2. hilf und heile, wenn Du kannst (aber auch nur so viel Du kannst!)

3. liebe und toleriere alle Menschen

ja, besonders beim letzten Punkt bin zumindest ich noch am Anfang. Es ist eine Ethik, die Forderungen an die eigene Person stellt. Nicht andere Menschen niedriger stellt, weil sie die Ethik anders nennen, oder andere Werte haben!

Religiosität hingegen baut einen Zaun, bei dem die ethischen Pfeiler auch die Pfeiler dieses Zauns sind.

Dieser Zaun teilt die Menschheit in wertvolle Menschen für die diese Ethik gilt und die da draußen, die sowieso verdammt sind, und die man noch heute gesellschaftlich „verbrennen“ darf.

Religiosität verhält sich also zu Glauben ungefähr wie  Wissen zu Weisheit.

Religiosität kann sehr gefährlich sein, zu (fälschlicher Weise Glaubens-Kriege genannten) Kriegen führen.

Sie kann Menschen zu Bestien machen, weil sie sich von der Welt außerhalb des selbst erstellten Zauns bedroht fühlt.

Sie ist meist so tief in uns verankert worden in der Kindheit, dass jeder anders denkende als fremde Gefahr wahrgenommen wird. Je kleiner sich ein solches Individuum dann fühlt, umso heftiger werden die Reaktionen der Ablehnung von Andersgläubigen (schon wider eine falsche Nomenklatur!)

Meine Meinung ist also:

Bitte, glaubt, was Ihr wollt, aber diskriminiert niemanden, der etwas anderes glaubt. Macht keine Religion aus Eurem Glauben (auch Ihr Atheisten nicht! :)). Bin ich Agnostiker?