Nicht Klugheit, sondern mehr Weisheit des Herzens

ist in einer Demokratie gefragt, finde ich. Und so etwas wie Frustrationstolleranz (wie oft sind die Anderen schon mit mir einer Meinung?).
Was ich meine mag ich mal am Fall Guttenberg darstellen.
Da ist ein Mensch, der vor 5 Jahren oder so betrogen hat, bei seiner Doktorarbeit.
Jetzt ist er zurück getreten. Auf Facebook gibt es nun etliche Leute, die ihn zurück haben wollen.
Und es gibt andere Leute, die diese Menschen schlicht für hummeldoof halten.
Das gleiche bei Stuttgart 21. Befürworter wie Gegner werfen der jeweils anderen Seite Dummheit gepaart mit psychischen Erkrankungen vor.
Ich habe mich da auch anfangs mitreißen lassen, das gebe ich zu. Doch nun kann ich nur noch über mich selber lachen und mich auch ein bisschen fürchten.
Können wir nicht einfach den Menschen zuhören und ihnen ihre Meinung dann lassen, auch wenn wir Konsistenzmängel feststellen? Dann kann man einmal darauf hinweisen, meist erfolglos (das wäre dann der intellektuelle Teil) und dann bleibt man einfach bei seiner Meinung und lässt die des Anderen stehen.
Ja, man sollte die Meinung der anderen stehen lassen, genauso, wie man sein Gegenüber stehen lassen sollte. Das erfordert Großmut.
Aber wenn ich sehe, wie in der Politik und auch auf Twitter großmaulig auf anders Denkende verbal eingedroschen wird, natürlich nur, wenn man sich in der Überzahl weiß, dann werde ich ein bisschen traurig! Ja, ich bin sicherlich nicht die Klügste, aber ich bemühe mich die Welt so weit zu verstehen, wie ich das kann!
Und ich entscheide dann auch danach. DAS ist Demokratie. Und ich denke, wir machen das alle so. Ich verstehe nicht, wie man nur anhand von einem Klick bei Facebook jemanden als doof bezeichnen kann? Wer weiß warum es zu diesem Klick kam?
Keine Sorge, ich verteidige mich nicht selbst. Ich habe da nicht geklickt. Aber ich habe für S21 geklickt. Ich habe mir viele Argumente der Gegner angehört. Ich habe für mich keinen Grund gefunden dagegen zu sein. Aber, und das hat mir S21 beigebracht, ich lasse die Gegner dagegen sein. Ich sage nicht, die sind doof, oder krank. Nicht mehr. Ich gebe zu, es war der einfache Weg. Viel fester kann man zu seinen Überzeugungen stehen, wenn man die Gegenseite unmöglich macht.
Und ich schäme mich immer noch dafür, dass ich einst so dachte. Es war Bequemlichkeit und mangelnde Frustrationstolleranz. Es läuft eben nicht immer nur nach dem eigenen Gutdünken. Menschen haben unterschiedliche Werte, die sie auch unterschiedlich gewichten. Wer das nicht berücksichtigt, der sieht den Menschen nicht!