Logotherapeutische Lebensweise

 

Ich besuche das Methodenseminar bei Frau Dr. Hadinger und Frau Dr. Mrusek in Tübingen im Rahmen meiner logotherapeutischen Grundausbildung nach der Lehre Viktor Frankls. In den Seminaren bekommen wir Methoden vorgestellt, die möglichst einfach und effektiv sind. Die beiden Lehrerinnen erklären die Methode, machen sie uns in einem Rollenspiel vor und wir, die Schüler tun uns danach zu zweit zusammen und üben, indem jeweils einer der Therapeut und einer der Klient ist. Das hat natürlich zur Folge, dass in jedem von uns auch eigene Probleme ans helle Licht treten, da wir ja auch einmal Klient sein müssen.

 

Es kristallisiert sich hierbei der Kern der eigenen Psyche und ihr Urproblem heraus. Anstrengend ist das! Aber was sich auch herausstellt sind gewisse, immer gleiche Muster, oder Seelengesetze. Ein paar sind mir schon klar geworden. Diese möchte ich nun hier Stück für Stück besprechen. Wenn einer von Euch noch ein Seelengesetz weiß, dann wäre es schön, er würde es hier zur Diskussion stellen!

 

Zunächst aber erläutere was nach Frankl einen „gesunden“ Menschen ausmacht:

Im Mittelpunkt seiner Beobachtungen steht, dass der Mensch unbedingt ein für ihn sinnvolles Leben führen muss:

Es gibt für Frankl 3 Arten, wie der Mensch Sinn verwirklichen kann: a) durch schöpferische Werte, zum Beispiel bei der Arbeit, oder eher beim Wirken was der Mensch tun sollte solange es seine Gesundheit und sein Umfeld das zulassen. Psychische Gesundheit heißt nicht, dass ich unbedingt frei von Widersprüchen sein muss, sondern dass ich nicht vor Aufgaben zurückschrecke, weil sie vielleicht meine Scheu vor Menschen nicht berücksichtigt, sondern dass ich bereit bin, diese Schwäche zu überwinden, weil es meine eigene Entscheidung ist und weil ich mich nicht meinen Charakterschwächen hingebe. Ich bin nicht Opfer, sondern jede Situation beinhaltet einen Entscheidungscharakter! Das gelingt, weil ich den Aufgabencharakter des Lebens anerkenne und mir die Sinnmöglichkeiten der Situation erschließe. b) durch Erlebniswerte, die man verwirklicht, wenn man durch die Natur läuft und z.B. erkennt in welch wunderbarer Welt einem das Leben gestattet ist, oder indem man die Menschen und ihre schöpferischen Werke würdigt und in sich aufnimmt. Hier stelle ich nichts aus mir heraus, sondern nehme etwas wertvolles in mich hinein. c) durch Einstellungswerte indem man zum Beispiel eine unheilbare Krankheit mit Würde trägt und auch auf diesem letzten Weg noch Sinn verwirklicht indem man nicht wehklagend jeden Tag verbringt und es seinem Umfeld noch schwerer macht, als es sowieso schon ist, sondern indem man vielleicht die Ernsthaftigkeit seines Glaubens unter Beweis stellt und dem Umfeld zeigt, dass man sich geborgen fühlt und keine Angst hat. Dies setzt einen starken Willen voraus und das Leben von liebevollen Beziehungen. Ebenso bedeutet es, dass ich letztendlich Verantwortung nicht nur für mich übernehme, sondern auch für meine Mitmenschen! Der Mensch krankt hauptsächlich dann, wenn er sich dem Lebenssinn verschließt, oder nicht die Verantwortung für sein Leben übernimmt!.