Mein Auto hat ne Schramme

 

parkplatzschramme

Mein super schnuckeliges, kleines Auto, mit dem ich das erste Mal in meinem Leben gerne gefahren bin hat seine erste Schramme ins seinem hübschen paso-doble-roten Lack.

Ich hätte mir in den Arsch beissen können. Vor dem Bio-Markt war nur noch ein Parkplatz frei. Dieser war, aus mir unerfindlichen Gründen, umrandet mit einer dünnen 15cm hohen Betonmauer. Meine Parksensoren spürten sie nicht auf. (wäre aber auch egal gewesen, weil ich vorwärts in die Parklücke fuhr) 

Als erstes spürte ich den Widerstand beim Einparken. Da ich aber sehr unerfahren bin, weil ich seit 12 Jahren nicht mehr gefahren bin, dachte ich, dass ich nur so was wie einen Bordstein mit einem Rad erklimmen müsste und gab noch einmal vorsichtig Gas.

 

Und da merkte ich, was eigentlich nicht sein durfte. Etwas schlitze meinen Flitzer auf. Ich spürte es in meinem Körper. Schock! Es war, als würde man eine Dose öffnen.

 

Heute, nach einer Nacht, in der ich die wildesten Träume von meinem Auto hatte, das sich dort Herbie-mäßig verhielt, begann ich, zu verstehen, dass ich meine Frustrationstoleranz erhöhen muss. Ich ging also noch einmal in die Gemeinschaftsgarage und habe mir angesehen, was ich da angestellt hatte. Ja, das Auto hatte einen tiefen und langen Kratzer, ja, das würde mich 1000 Euro kosten, das reparieren zu lassen. Das ist nicht schön. Aber so ist das Leben. Das kann ich bei dem Auto so sehen. Warum also nicht auch in meinem Empfindlichkeitsbereich: Dem Zwischenmenschlichen, dem Unwahren, dem Lieblosen. Auch das existiert, wie der Kratzer in meinem Auto. Doch schon Morgen werde ich wieder einsteigen und meinen Mann von der Strassenbahn abholen.

Und so werde ich alle Kränkungen auch nehmen, als etwas Unvermeidbares, aber auch nicht als Weltuntergang, oder als Grund eine Sache abzubrechen!!!

Das wird Zeit brauchen und vermutlich niemals ganz bezwungen sein. Deswegen ja brauche ich eine größere Frustrationstoleranz! 🙂