Nein, wir betteln NICHT um Toleranz!

Unsere Geschichte ist schnell erzählt:

 

Wir sind seit 1992 zusammen und seit 2000 verheiratet.

Vor 4 Jahren dann „gestand mir mein (Mann) e Frau, dass sie im falschen Körper geboren wurde und seit der männlichen Pubertät ihre wahre Identität vor der Welt verstecken muss. Für mich ein Schock, da ich mir kaum etwas schlimmeres vorstellen kann!

Wir machten uns also daran, einen Arzt zu suchen, der ihr Östrogen verschreibt. Sie kümmerte sich weiter darum, dass sie das männlichste Merkmal im Gesicht, nämlich ihren Bart, entfernt bekam. Dazu musste sie über 3 Jahre jeden Freitag in eine Praxis für Elektroepilation, weil ein blonder Bart nicht anders zu entfernen geht.

Dort musste jedes Haar einzeln mit einer Nadel, die unter Strom stand und so in den Haarkanal eingeführt wurde, verödet werden. Das Haar war danach für immer zerstört. Aber nur, so es sich beim Eingriff in der Wachstumsphase befunden hat. Ansonsten kam es unbeeindruckt wieder. Schmerzhafte drei Jahre dauerte diese Tortour!!!

Bezahlt hat es die Kasse nicht. Es gilt als ein Schönheitseingriff, wenn eine Frau einen blonden Bart hat. 15000 Euro, die auch Steuerlich nicht absetzbar sind später, war sie aber von dem Fluch befreit!

Wir sind in den ersten 2 Jahren durch etliche Sinnkrisen gegangen. „Werde ich immer wie ein Freak aussehen?“ „Werden die Leute immer auf den Mann in Frauenkleidern zeigen??“ „Hab ich mich nun für immer ins Gesellschaftliche aus geschossen?“

 

Und die Frage von mir: „Musst Du Dich JETZT schminken? Wir müssen doch nur einkaufen gehen!“

 

Auf diese Fragen hat sie sich unter Tränen wieder in ihre Männerklamotten geworfen. Uns war daraufhin recht schnell klar, dass es kein zurück zur „alten, verhassten Existenz“ mehr geben kann.

 

Ich komme mir fast noch behinderter vor, als ich schon bin, weil ich das Problem im falschen Körper zu stecken nur intellektuell nachvollziehen, nicht aber nachfühlen kann. Ganz schön peinlich für jemand, der dachte, er sei so einfühlsam…

 

Ich habe also verstanden, dass es eine Turbopubertät war, in der sie geplagt war von Ängsten, wie sie am Ende aussehen wird. Von Ängsten des Ausgestoßenseins. Von Ängsten der Chancenlosigkeit! Sie, die bisher, (in Männerschale) von allen gemocht wurde und respektiert wegen ihrer Intelligenz. Sie, die sich immer fleißig um ihr berufliches Fortkommen gekümmert hat, könnte auf einmal, schlicht wegen dem was sie IST an den Abgrund der Existenz gespült werden.

 

Sie schält sich bis heute für die Arbeit noch in Anzüge, weil in ihrem Personalausweis ja noch der Männername steht.

Wenn ich an meine normale und eigentlich bis auf ein paar Pickel und Hänseleien von Mitschülern unproblematische Pubertät zurückdenke,die mir selbst aber als alarmierender Ausnahmezustand erschien und meine ganze Aufmerksamkeit einnahm, dann kann ich mich nur verneigen vor meiner Frau. Die eine anstrengende Selbstständigkeit als Business-Architektin während dieser Phase voll durchgezogen hat, um uns beide zu ernähren!!! HÖCHSTEN RESPEKT!!!

 

Meine schöne Frau! :)

Meine schöne Frau! 🙂

Mittlerweile hat sie sich dank der Hormoneinstellung, die immer wieder verändert und ergänzt wurde zu einer schönen Frau mit beneidenswert schönen, langen, blonden Haaren entwickelt und kann ihr Glück kaum fassen.

Doch dann gibt es immer wieder Besuche bei meiner Familie. Und ein Onkel von mir, der Arzt und fleißiger Kirchgänger ist wird nicht müde sie immer wieder zu verletzen!

Bsp.: Ich erzähle bei Tisch, was sie Gestern mit mir getan hat. Da bricht es aus meinem Onkel aus seiner angewidert drein schauenden Fratze, die 2000 Jahre Kirchenhistorie widerspiegelt zusammen mit seinem Zeigefinger, der auf sie zeigt hervor. „Ach so, ER hat das getan“

Ich guck dann erst mal nur und denke, ich habe mich verhört.

Meine Liebste aber sagt nur getroffen und vorwurfsvoll: „ER“

Ich stelle also meinen Onkel zur Rede.

„Du hast also grade wirklich ER gesagt?“

„Nein, ich… DU hast doch ER gesagt“

Ich fühle mich wie in einem Monty Pythen Film, aber ohne den Witz.

Und ich mache den Fehler zu denken, meine Aussprache der Verfehlung sei schon genug der Tat gewesen. Ich würdige meinen Onkel keines Blickes mehr.

Die Familie sagt, wie immer wenn der Onkel so was sagt, (oder ein Freund, wenn ich mit einer alten Freundin und meiner Frau bei Tisch sitzen, und er sagt: Jetzt sind ja gerade ZWEI Frauen da.)  NIE etwas. IMMER soll meine Liebste diese Frechheiten ertragen.

Etwas später sehe ich meine Frau eingefallen neben mir sitzen. Da ich dauernd aufs Klo rennen muss denke ich, es ist noch einmal etwas vorgefallen und frage sie, ob dem so ist.

Sie sagt, sie würde es mir später sagen.

Ich schaue sie besorgt an, streichle ihren Arm, und kümmere mich dann wieder um meinen anderen Onkel, zu dessen Geburtstag wir alle gekommen sind.

Ich fand den Abend ganz gelungen und als wir auf der Heimfahrt sind, frage ich Marina: „Jetzt sag, was ist denn vorgefallen?“

Sie erläutert mir, dass es dieses eine ER war, dass sie aufgrund ihrer Ängste in den letzten Jahren so sehr getroffen hat. Sie sagt mir: „ Auf einmal muss ich mich wieder fragen, ob ich nur eine Witzfigur bin!“

Ich sitze neben meiner schönen Frau und frage mich, wie man DAS denken kann, wenn man so schön ist, wie sie???

Aber sie erklärt mir, dass dies eine so große Angst war, dass sich das Empfinden derselben in den Körper eingegraben hat. Es ist ein körperlicher Schmerz, das heißt, die Reaktion darauf ist NICHT steuerbar. Wie wenn man auf ne heiße Herdplatte langt. Dann zieht man automatisch die Hand zurück.

Sie muss mir dummen Kuh erklären, dass dies Mobbing ist. Und das alle anderen, die das hinnehmen das Mobbing erst möglich machen. Sie sagen immer: „Stell Dich nicht so an“. Und machen somit die Verletzung des anderen erst möglich!

Ich habe das nicht gleich geschnallt. Da gab es wunderbare Menschen in meiner Twitter-Timeline, die das viel schneller verstanden haben. Für sie schreibe ich das hier auch. Damit sie, so sie es wollen ein bisschen Hintergrundinfo bekommen können.

Das war ich ihnen schuldig!

Meiner Familie werde ich auch den Link dorthin schicken. So können sie sich entscheiden, wie sie in Zukunft damit umgehen wollen!

 

Shitstorm als Befreiung

Es gab ja vor kurzem die Geschichte von einem Menschen mit Behinderung, der von seiner Bank, der HASPA über seine Hilfsperson ausgerichtet bekam, er solle nicht mehr alleine in die Bank kommen, weil sie die Mitarbeiter vor ihm ekeln würden.

Als ich das gelesen habe, da hat es mir sehr weh getan. Wie gedemütigt und abgelehnt musste sich dieser Mensch fühlen? Ich weiß, wie schwer es manchmal sein kann als behinderter Mensch am „normalen“ Leben teil zu nehmen. Was für gesunde Menschen  ein Klacks ist, das braucht oft einige Vorbereitung, das ist eventuell auch mit Ängsten verbunden, was geschehen kann, wenn man nach draußen geht. Welche Reaktionen wird das Erscheinen mit dem Stigma hervor rufen?

Und dann bekommt man eine solche Aussage zugetragen. Das muss schrecklich sein!

Da tut es sicher unendlich gut, wenn Twitter uni sono dieses Verhalten verurteilt.

Was geschieht systematisch? Es ist quasi die Umverteilung der Machtverhältnisse. Die Macht und zwar alle Macht lag bei der Angestellten, die sich so enttäuschend äußerte. Sie war ich der Lage, den unerwünschten Kunden vor dem Eintritt in die Bank erst einmal abzuhalten. Ihn gänzlich auszugrenzen.

Doch nachdem auf Twitter die Empörung über dieses Verhalten sich Bahn brach, da stand auf einmal der gute Ruf der Bank und damit der Arbeitsplatz der Angestellten auf dem Spiel. Sie hatte sich ausgegrenzt!

Ich musste sofort an einen Text von Viktor Frankl denken, den ich in meiner Ausbildung zur Logotherapie vorlesen durfte.

Frankl war Jude und war in 5 KZs während die Nazizeit andauerte. Er verlor seine Eltern und seine Frau in diesen Höllenlagern. Und dennoch erhob er die Stimme  in Wien und sagte der überlebenden jüdischen Bevölkerung, dass es kein Tätervolk gebe, dass nicht alle Deutschen schlecht seinen und dass sie den Hass nicht weiter tragen dürften. Er wurde nach dieser Ansprache von den jüdischen Menschen aus ihrem Kreis ausgestoßen und ich glaube nicht einmal sein Grab ist auf dem jüdischen Friedhof…

Ich verstehe das natürlich. Der Schmerz und die Trauer und der Hass auf die Täter war einfach zu groß. Dennoch finde ich dieses Verhalten von Frankl so unglaublich groß. Während ich seine Rede vorlas musste ich mit den Tränen kämpfen. Nur ein Opfer dieses Regimes durfte so etwas sagen. Und ich war ihm so dankbar dafür, dass er das getan hat. Gleichzeitig fühlte ich die Schuld umso stärker.

 

Ich denke, dass in dem Fall des behinderten Menschen nur er alleine nun die Macht und die Berechtigung hat, mit der Angestellten ein versöhnliches Wort zu sprechen. Ich denke auch, dass er dies nun kann, weil Twitter ihm die Macht verliehen hat dies zu tun und der Schmerz darüber vielleicht so weit nachgelassen  hat, dass er diese Frau als fehlerhaften Menschen sehen kann, dem man die Hand reicht. Des Weiteren denke ich, dass er die Macht hat nicht nur dieser Frau versöhnlich entgegen zu treten, sondern auch ihren Horizont sowie ihre Einstellung zu Behinderten zu beeinflussen. Er kann ihr sagen, wie er sich gefühlt hat. Vielleicht sagt sie ihm dann, wie sie sich fühlte, als sie zu spüren bekam, wie ihr Verhalten die Massen gegen sie aufbrachte. Sie trinken zusammen einen Kaffee und die Frau wird sich in Zukunft besser in Menschen mit Handicap einfühlen können anstatt Behinderte zu hassen, weil einer ihr den Job gekostet hat und ihr Häme einbrachte. Denn so würde sie es sehen! Sie würde ihre Abneigung wohl in Zukunft nicht mehr so direkt kommunizieren, doch es gibt immer Mittel und Wege seiner Antipathie Ausdruck zu verleihen.

Wenn Du die Macht hast, dann wird die Welt sehen, wes Geistes Kind Du bist. Ob Du zu oft ausgeliefert warst und deshalb der Hass und die Vergeltung im Vordergrund steht, oder ob Du so weit verheilt bist, dass Du den Gesamtzusammenhang siehst und versuchst die Welt dort ein Stückchen besser zu machen!

Was ist Literatur (eine sehr persönliche Einschätzung)

Durch das literarische Quartett dürfte das Konzept der Literatur wieder mehr in die Köpfe der Deutschen gelangt sein. Aber was IST Literatur eigentlich? Ich erinnere mich kaum noch an eine Definition aus meinem ein Semester dauernden Studium der Germanistik. Es ging dort aber um sehr viele Stilmittel, vom Kleistschen Schachtelsatz bis zur Metapher, welche der Autor immer „mutmaßlich absichtlich“ eingesetzt hatte, um ein bestimmtes Ziel, eine bestimmte Leseart beim Leser zu erzeugen. Das war alles mehr oder weniger spekulativ. Also werde ich hier einmal das tun, was ich während dieses einen Semesters niemals durfte: Ich werde sagen, was Literatur für mich ist.

Literatur ist für mich, eine ebenso intellektuelle, wie auch künstlerisch, auf Schönheit abzielende schriftliche Form des menschlichen Schaffens. Es ist, oder sollte sein, eine phantasievolle Reflektion der Realität in der sich die Wirklichkeit wiederfindet in einem gemalten Bild der Subjektivität des Schreibenden. Gemalt meine ich ganz wörtlich, weil der Autor ebenso auf den Inhalt, also die erzählte Geschichte wert legen sollte, wie auch auf die Form, die Art und Weise, wie er eine Geschichte erzählt! Er kann hierbei eine Form wählen, die einem Zeitungsartikel gleicht, bei der Spreche also nur nicht negativ auffällt, indem grammatikalische Fehlstellungen und ähnliches, was den Leser vom Inhalt ablenken könnte, vermieden wird.

Das ist jedoch nicht Literatur im engeren Sinne wie ich sie für mich verstehen möchte! Für mich geht Literatur im besten Fall weit darüber hinaus. Es wird nicht einfach eine fiktive Geschichte aus der Perspektive eines fiktiven Menschen, oder bei der Fabel einer Pflanze oder einem Tier erzählt, nein, es wird mit Worten ein Bild gemalt, das in seiner höchsten Kunstform den Inhalt nebensächlich erscheinen lässt. Es ist dann das Spiel mit Worten in einer meist metaphernreichen Form, das dem Leser alleine beim aufnehmen der Worte in seinen Geist und sein Herz, ein Gefühl der Bereicherung gibt. Ein Roman, der so geschrieben wurde bildet eine fließende Brücke zwischen Prosa und Poesie. Das Werk ist dann gleich eines wunderbaren Waldes. Überall lassen sich Blüten und knorrige Schönheit des Wuchses der Pflanzen bewundern. Es ist nicht so komprimiert, wie in einem Gedicht, welches eher einer Gartenanlage gleicht, in der die schönsten Blumen nach Blütenfarben passend zueinander arrangiert sind. Diese Gartenanlage bietet einem Stunden der ungetrübten Freude und seligen Genießen dieser Pracht. Dennoch ist man immer gewahr, dass dieses Arrangement künstlich erstellt wurde. Durch ein Werk der Prosa hingegen wandelt der Leser neugierig und achtsam, wie durch schönes Waldstück. Die Sätze sind nicht so sorgsam ausgesucht, wie in Gedichten und so läuft man behänder, wie auf weichem, federndem Moos. Dieser leichte Schritt schenkt der Seele langsam und mit jeder Seite mehr Freiheit! Hie und da hält der Leser kurz inne, wenn ein Zustand besonders gelungen bildhaft beschrieben wird, auf einer plötzlich erscheinenden sonnen beschienenen Lichtung, atmet er einmal tief ein und aus und lässt sich von der dargebotenen Schönheit ganz umfangen.

Poesie nehme ich eher wie Musik wahr. Besonders, wie klassische Musik. Poesie ist durch Versmaße bestimmt, die sie aber auch verlassen kann. Da es diese Versmaße aber gibt, wird das Verlassen desselben jedoch an sich schon zu einer Aussage. Für solcherlei Aussagen interessiere ich persönlich mich aber nicht so sehr.

Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe 
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.

Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe 
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, 
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,

ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, 
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille 
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,

geht durch der Glieder angespannte Stille – 
und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris

 

ist eines meiner Lieblingsgedichte. Es tauchen Bilder von Franz Marc in mir auf, wenn ich es lese, Musik von Bach.

Es rührt mich noch heute oft zu Tränen.

Und das ist genau das, was Literatur im besten Fall für mich leisten soll. Sie soll ein starkes Gefühl erzeugen, von dem der Kopf vorerst gar nicht weiß, WARUM es da ist. Dann kann man immer mal wieder darüber reflektieren, und je nach Stimmung und persönlicher Reife immer neue Erkenntnisse für sich gewinnen, während die wohl gewählten Worte wie Honig von den Lippen tropfen und die Schönheit einen vor Ehrfurcht erstarren lässt.

Wenn ich noch mal darüber nachdenke, dann denke ich, dass ein gutes Buch, also Literatur ist wie ein Kinofilm. Die Türen schließen sich und der Leser taucht ein in eine andere Welt. In ein Subjekt, das nicht er selbst ist. Ein Leben das ein Anderes ist, in einer anderen Zeit, einem anderen Ort stattfindet. Vielleicht ist es das Leben eines jungen Mädchens, eines Kriegers, Königs, eines Helden. Ich finde es dabei auch immer wesentlich, dass der Romanheld im Laufe der Geschichte eine Reifung erfährt. Seine Persönlichkeit heran wächst indem er die Probleme, die sich ihm, in seinen auf ein erhofftes Ziel ausgelegten Weg, stellen beiseite schafft. Ich möchte gerne sehen, wie diese Arbeit seine Sicht auf die Welt und sich selbst darin verändert. Denn anders, als bei einem Gespräch muss ich mich nicht mühen empathisch zu ergründen, was mein Gegenüber mit dem Gesagten wirklich meint. In einem Buch BIN ich der Protagonist, und automatisch verbinden sich mit dem erlebten die zugehörigen Gefühle. Das kann auch manchmal erschreckend sein. Zum Beispiel, wenn die Erzählperspektive wechselt zwischen einem Heiligen und einem sadistischem Killer. Aber gerade das macht für mich das Erlebnis Lesen aus!

Poesie beschränkt sich wie beim Panther von Rilke häufig auf das Ausmalen eines bestimmten Ist-Zustandes, den man dann besonders intensiv nachempfinden kann. Jedoch nicht nur, wenn ich an Schillers „Bürgschaft“ denke, so kann Poesie durchaus auch eine Geschichte erzählen. Die Ballade scheint hierbei der Schönheit jedoch nicht so sehr verpflichtet zu sein, wie das Gedicht. Die starke und direkte Sprache Schillers kommt in der Ballade aber hervorragend zur Geltung! Eine Spreche, die, wie ich finde sich nicht sooo gut für die Beschreibung eines Moments eignet, ja, sich mehr als darin gefangen darstellt.

So kann man sagen, dass gute Literatur ein Schriftstück ist, bei dem der Autor sich gänzlich selbst gefunden hat (falls so etwas jemals möglich ist) und bei dem der Inhalt mit der Form ansprechend korrespondiert. Wenn das Werk also als Ganzes eine Einheit darstellt.

Abschließend kann ich sagen, dass für mich das Literatur im Idealzustand ist. Die künstlerische Darstellung einer Einheit von Persönlichkeit, perfekter Beherrschung des Handwerks der Sprache und einer interessanten Geschichte.

In der Art, wie Franz Marc seine Blauen Pferde malte. Er skizzierte zuerst bis zur Besinnungslosigkeit Pferdekörper, bis er es beherrschte den Körper mit nur wenigen Strichen erkennbar wiederzugeben. Nun konnte er den Pferden Seele einhauchen, indem er ihnen seine eigenen Stimmungen zueigen machte. Das Resultat ist, wie wir alle wissen, atemberaubend! So muss es auch bei guter Literatur sein. Für mich im Moment das beste Beispiel „Die Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón. Ein Buch, das mir zuerst wie warme Sonnenstrahlen beim Lesen ein Lächeln ins Gesicht zauberte und hernach meinen Geist anregte, zu überlegen, was dieses Lächeln in sich darstellte. Perfekt!

Was ist Literatur für Euch?