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Manchmal glauben wir Dinge, einfach aus Gewohnheit

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Das weiß jeder von uns! Doch es geschieht dennoch immer wieder jeden Tag, jedem von uns. Dabei ist dieser Gewohnheitsglaube oft dumm und manchmal sogar schädlich! Er ist Nährboden für Vorurteile und Aggressionen sowie Resignation. Warum also denken oder glauben wir so? Wahrscheinlich, weil es so bequem ist, weil Unbekanntes Angst macht oder schlicht, weil es uns in den allermeisten Fällen gar nicht bewusst ist.

Ich bringe mal ein sehr simples, weil auf den ersten Blick erkennbar dummes Beispiel, das mir selber so widerfahren ist.

Mein Leben lang hieß es: Kind, Du hast eben von Natur aus trockene Haut, da kann man nix machen, wenn es Dich oft juckt. Dann lernte ich meinen Mann kennen und er hatte ganz babyweiche Haut. Ich sagte ihm: Boa, was für tolle Haut Du hast, Du hast es gut! Er sagte mir, er würde sich auch täglich eincremen. Das wiederum vernahm ich aus unerklärlichen Gründen nicht.

Erst 10 Jahre später, als ich schon 31 Jahre alt war, schien es endlich zu mir durchgesickert. 10 Jahre!!! Und auch davor bin ich nie auf die Idee gekommen, auch mit Werbung nicht, einmal eine Hautcreme zu benutzen. Nun mache ich das schon ein paar Jahre und habe seitdem nie mehr Hautjucken gehabt. Ich musste zwar erst 1/2 Jahr cremen, um erste Erfolge zu spüren. Aber der falsche Glaube und eine ungesunde Schicksalsergebenheit wurde mir dann erst klar.

Nun, ich weiß, das ist ein fast lächerliches Beispiel, aber ich weiß nicht, ob es denn etwas bringen kann, wenn ich hier anmahne die Dinge von denen wir überzeugt sind immer mal wieder ernsthaft zu hinterfragen? Denn je fester die Überzeugung, umso weniger ist sie uns als “Überzeugung” bewusst. Sie ist dann in uns wie ein Naturgesetz, oder wie das Atmen. 10 Jahre mit einem Menschen, den ich liebe! hat es bei mir gebraucht…

Was also tun? Ich weiß es auch nicht genau. Ich mache es bei mir nun zumindest mal so, dass ich, wann immer ich ad hoc denken mag: Hat der und der es gut, oder: kann dieser das toll, wie gemein, ich mir dann den Menschen genauer ansehe und mich frage: Was tut er anders als ich?

Das mag ein erster Schritt sein, hin zu einem erweiterten Bewusstsein…. Hope so!!!

Einstellungssache (aus der Sicht eines Hilfe Empfangenden)

Sonntag, 30. August 2009

Nun, da ein Bug beseitigt wurde kann ich endlich wieder veröffentlichen. Und ich beginne mit einem streitbaren Artikel, der mir bestimmt bei etwaigen Lesern keine Sympathien einbringen wird…

Ende Juli war ich in der Klinik wegen eines MS-Schubes, dessen Auswirkungen sich nicht bessern wollten.

Ich war gerührt und beeindruckt, dass all die Menschen dort mir helfen wollten. Es waren auch einige andere MS-Patienten dort und ich fand es spannend, wie unterschiedlich Menschen mit dieser Erkrankung umgehen. Es gab positive Leute, die noch Weltreisen im Rollstuhl machten und es gab andere, die nur das Ende vor Augen hatten. Diejenigen, die nur an das Schlimmste dachten forderten auch aggressivst Hilfe von allen Schwestern an, klagten auf die teuersten Rollstühle und es war irgendwie immer zu wenig, was sie an Hilfe bekamen.

Ich denke, dass da ein Zusammenhang besteht. Ich glaube, dass ich die Erkrankung auch einst erschaffen habe, um mehr Zuwendung zu bekommen. Ich meine, ich sage nicht, dass ich Schuld an der Krankheit trage, ich versuche nur, dieses Aufmerksamkeitsfordernde in mir zu schwächen, indem ich meinen Lebenssinn verfolge.

Das ist immer das Einzige, was wirklich hilft.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Als ich noch gesund war, fand ich es selbstverständlich den Kranken zu helfen. Und ich möchte auch nicht in einer Gesellschaft leben, in der das nicht so ist!

Doch nun, als kranker Mensch, da darf ich diese Hilfe nicht als selbstverständlich einfordern. Die Berufe in diesem Bereich sind so schlecht bezahlt, dass die Dankbarkeit der Patienten ein Teil der Bezahlung sein muss!

Ebenso bin ich dafür verantwortlich, dass die mir helfenden Menschen auch merken dürfen, dass sie mir helfen und nicht an gefühlter Unwirksamkeit verzweifeln.

Ich habe für mich heraus gefunden, dass es immer besser ist die Situation zu sehen, wie sie ist. Mag sie auch noch so düster sein. Daran darf ich nur nicht verzagen! Es gibt IMMER Gestaltungsmöglichkeiten. Bis zur Stunde meines Todes habe ich die Wahl, wie ich mit einer Situation umgehe. Entscheidungsfreiheit! Diese Entscheidungsfreiheit IST meine Menschenwürde. Deshalb kann diese mir auch nicht genommen werden, auch wenn ich weiß, dass es einem durch äußere Umstände schwerer gemacht werden kann diese Würde zu empfinden

Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass der Hass auf Seiten der Hartz IV-Empfänger auf die Welt der “Mächtigen”entsteht weil man in den Medien immerzu mit Leuten konfrontiert wird, die im Luxus schwelgen, oder mit politischen Entscheidungen die ungerecht sind und Milliarden kosten. Des weiteren  kommt er wohl auch von der würdelosen Art, mit der man beim Arbeitsamt behandelt wird. Das ist systemimmanent einfach schlecht! Die ganze Atmosphäre, die eigentlich Mut-machend und wertschätzend sein sollte ist dort abwertend und deprimierend. Der Mensch soll doch bitte funktionieren. Nein! Der Mensch soll zu dem heranreifen, der er eigentlich immer schon war! Dazu sollten wir Menschen ermutigen!

Dafür müssen wir die Wunden der Menschen ernst- und annehmen, aber ihnen auch nicht die Eigenverantwortung nehmen.

Denn mir nimmt kein anderer Mensch, oder ein System die Würde. Das kann nur und ausschließlich ich selbst tun.

Am Ende bleibt doch nur wieder diese eine Wahrheit stehen:

Die einzig wahre, nachhaltige Hilfe ist die Hilfe zur Selbsthilfe!

Lebenshemmung.

Samstag, 06. Juni 2009

ich weiß nicht, ob ihr solche Tage kennt, an denen Euch nur die schlechten Dinge des Lebens auffallen, an denen Ihr jede Beziehung, die Ihr habt verachtet, weil Ihr Euch ihrer unwürdig fühlt. Tage an denen Ihr das Mehr an Wissen verflucht, das Euch einst bereichert hat. Doch nun, heute an einem dunkeln Tag, an dem es Euch gesundheitlich mies geht, da hängt Euch dieses Wissen wie en Klafterstein am Hals und Ihr fühlt, Ihr seid nicht stark genug, den Weg zu gehen, der logisch sinnvoll ist.

ICH KANN ES NICHT! Ich schmecke mein Versagen bitter. Alles ist nur ein dunkler Strudel ins Nichts.

Ja, so geht es mir gerade. 

Ich versuche es mir vom Leib zu schreiben. Vielleicht gelingt es mir ja so, die Kurve wieder zu kriegen. Für den, der es liest, tut es mir leid, aber es sind ja nur 1-3 Leute. Von daher…