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Deutsches Bauernroulette mit Weizen – nichts geht mehr!

Donnerstag, 12. August 2010

Im Radio waren heute aufgebrachte Bauern zu hören, die sich bitter darüber beschwerten, ihren Weizen nicht zum momentanen Marktpreis, welcher wegen der Feuertragödie in Russland sehr hoch ist, verkaufen zu können.

Der Grund: Sie haben im Frühjahr ein Termingeschäft abgeschlossen, mit dem sie einem Spekulanten bestätigten, ihren Weizen zu einem bestimmten Preis, der natürlich im Nicht-Wissen, dass Russlands Weizenexport dieses Jahr gestoppt werden wird oder schon gestoppt wurde, viel geringer ist, als der jetzige Preis. Der Grund liegt auf der Hand: Der Bauer scheut das Risiko! Eine weltweite Spitzenernte könnte ihn sonst seinen Hof kosten.

Zum Glück gibt es Spekulanten, die ihnen dieses existenzbedrohende Risiko abnehmen!

Nun ist aber der Weizenpreis gerade so schön hoch und die Spekulanten haben gerade (leider zu Recht) keinen guten Ruf.

Was tut der Bauer also? Er überlegt eine Klage einzureichen um den jetzigen Marktpreis einzuklagen! Ich weiß nicht, wie er sich das vorstellt, und wer den bezahlen soll, schließlich kann der Spekulant nicht nur immer das Risiko tragen, wenn es denn zu seinen Ungunsten ausgeht. Dann wäre er ja pleite!

Meine leise Befürchtung ist nun, dass bauernfreundliche Politiker, ich nenne keine Namen, sich gegen jede Vernunft und gegen jedes Vertragsrecht dafür einsetzen könnten, dass sie diesen aktuellen Preis auch bekommen!

Deswegen schreibe ich diesen Beitrag, nach langer Blogabstinenz. Ich möchte wenigsten über den Irrsinn schreiben, der tagtäglich passiert und möchte sagen, dass es eben nicht nur Bänker und Spekulanten sind, die (in der möglicher Weise verständlichen Gier) völlig abstruse Forderungen stellen.

Was für mich noch interessant ist: Wie werden die Politiker sich entscheiden. Sie können wählen zwischen ein paar Wählerstimmen der Bauern und deren Sympathisanten, die bestimmt ansteigen werden, wenn man die Gewinne der “bösen” Spekulanten ins Feld führt und der Gefahr, dass dieses Ansinnen doch zuuu hanebüchen ist. Dann würde man “abkacken” wie man so schön sagt und wie es dem armen Herrn Steinmeier mit seinem Spruch:”Opel muss leben!” leider passiert ist.

Was wird geschehen? Ich bin gespannt!

P.S: Nein, ich bin NICHT gegen Kapitalismus! Menschen sind eben so!

Manchmal glauben wir Dinge, einfach aus Gewohnheit

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Das weiß jeder von uns! Doch es geschieht dennoch immer wieder jeden Tag, jedem von uns. Dabei ist dieser Gewohnheitsglaube oft dumm und manchmal sogar schädlich! Er ist Nährboden für Vorurteile und Aggressionen sowie Resignation. Warum also denken oder glauben wir so? Wahrscheinlich, weil es so bequem ist, weil Unbekanntes Angst macht oder schlicht, weil es uns in den allermeisten Fällen gar nicht bewusst ist.

Ich bringe mal ein sehr simples, weil auf den ersten Blick erkennbar dummes Beispiel, das mir selber so widerfahren ist.

Mein Leben lang hieß es: Kind, Du hast eben von Natur aus trockene Haut, da kann man nix machen, wenn es Dich oft juckt. Dann lernte ich meinen Mann kennen und er hatte ganz babyweiche Haut. Ich sagte ihm: Boa, was für tolle Haut Du hast, Du hast es gut! Er sagte mir, er würde sich auch täglich eincremen. Das wiederum vernahm ich aus unerklärlichen Gründen nicht.

Erst 10 Jahre später, als ich schon 31 Jahre alt war, schien es endlich zu mir durchgesickert. 10 Jahre!!! Und auch davor bin ich nie auf die Idee gekommen, auch mit Werbung nicht, einmal eine Hautcreme zu benutzen. Nun mache ich das schon ein paar Jahre und habe seitdem nie mehr Hautjucken gehabt. Ich musste zwar erst 1/2 Jahr cremen, um erste Erfolge zu spüren. Aber der falsche Glaube und eine ungesunde Schicksalsergebenheit wurde mir dann erst klar.

Nun, ich weiß, das ist ein fast lächerliches Beispiel, aber ich weiß nicht, ob es denn etwas bringen kann, wenn ich hier anmahne die Dinge von denen wir überzeugt sind immer mal wieder ernsthaft zu hinterfragen? Denn je fester die Überzeugung, umso weniger ist sie uns als “Überzeugung” bewusst. Sie ist dann in uns wie ein Naturgesetz, oder wie das Atmen. 10 Jahre mit einem Menschen, den ich liebe! hat es bei mir gebraucht…

Was also tun? Ich weiß es auch nicht genau. Ich mache es bei mir nun zumindest mal so, dass ich, wann immer ich ad hoc denken mag: Hat der und der es gut, oder: kann dieser das toll, wie gemein, ich mir dann den Menschen genauer ansehe und mich frage: Was tut er anders als ich?

Das mag ein erster Schritt sein, hin zu einem erweiterten Bewusstsein…. Hope so!!!

Mein Wahlkrampf

Sonntag, 27. September 2009

Noch während ich das Nachwahlgeschwurbel im Fernsehen höre, muss ich mir den inneren Stress der Wahl von der Seele schreiben.

So schwierig finde ich das. Schon diese zwei Kreuze zu machen fand ich sooo schwierig.

Ich möchte keine Steuersenkung. Ich möchte NICHT an der Kernenergie festhalten.

Dennoch habe ich mein Kreuz der FDP gegeben. Warum? Weil ich die Idee vom Bürgergeld im Studium schon sehr schön fand. Mit einem de facto steigendem Hartz IV-Satz. Durch das individuelle ansehen der Menschen, wird die Transferleistung hoffentlich gerechter! So wird es vielleicht nicht mehr so sein, dass eine 40-jährige Person, die nachgewiesen an Depressionen leidet (ich lernte so jemand in der Klinik kennen) Angst haben muss nach Verlust des Arbeitsplatzes auch noch aus ihrer Wohnung zu vertrieben zu werden(durch Hartz IV). Ebenso fand ich den Fokus auf die Eigenverantwortung dort anziehend, in Kombination mit der Stärkung der Bürgerrechte! Diese Richtung soll fortgeführt werden.

Genauso traue ich der FDP beim wichigsten Punkt, der Bildung, insgesamt am meisten zu!

Ich war, seit ich wählen kann immer treuer Grün-Wähler, doch ich finde, sie haben in der Rot/Grünen Koalition nicht wirklich viel vom Versprechen umgesetzt. (Rasen für die Rente)

Außerdem haben sie, wie die roten Parteien einen zwar sympathischen, aber auch verheerenden sozialträumerischen Touch.

Ich bin dafür, dass jeder von seiner Arbeit leben kann. Doch das muss von guten Unternehmern gewährleistet werden. Wenn der Staat dafür sorgt  wird es eine steigende Arbeitslosigkeit geben!

Um diese Unternehmer zu unterstützen könnte man doch die einzige Steuersenkung durchführen, die ich gut-heißen würde:

Die Umsatzsteuervorauszahlung soll abgeschafft werden! Es kann ja wohl nicht sein, dass ein Unternehmer Steuern von Rechnungen zahlen muss, BEVOR er je selbst Geld gesehen hat. Dann muss er einen Kredit aufnehmen der zur Zeit mind.15% Zinsen kostet und mit dessen Geld doch nur die Banken, ohne irgendeinen Mehrwert zu schaffen spekulieren können!

Ich wünsche der jetzigen Regierung, die ich mit Bauchweh auch gewählt habe, dass sie entschlossen aber mit Bedacht die nötigen Schritte tut!

Sie soll neben allen Fakten der wirtschaftlichen Realität, auch die Gefühle, die Hoffnungen und Ängste der Menschen in der Gesellschaft wahr und ernst nehmen und sie bitte nicht nur dafür missbrauchen, den Menschen Träume unter Missachtung der wirtschaftlichen Realität zu versprechen!

Das ist meine Meinung über die politische Welt, wie ich sie verstanden zu haben glaube!