Von Kopf- und Herzmenschen

 

Vor fast einer Woche war ja der Weltfrauentag. Ich hätte ihn ja gerne als Weltgefühlsmenschentag bezeichnet. Alexa hat mir dafür heute unaufgefordert ! folgende Aussage geschickt. Sic!

Es geht beim, von mir ja vielbeschworenen Unterschied zwischen Kopf und Gefühlsmenschen vor allem um eine unterschiedliche Priorisierung von Wichtigkeit im Informationsverarbeitenden System Gehirn.

Es geht also nicht um Frauen gegen Männer, es geht schlicht darum, wieviel Platz wir den Gefühlsmenschen beiderlei Geschlechts in unserer Gesellschaft lassen!

Wie wir sie ausbilden, mit dem Leben im Meer der Gefühle zurecht zu kommen.

Es geht darum, dass wir uns nicht hinstellen uns sagen:  „ So sind sie halt, die Weiber“.

Wobei ich wirklich nicht weiß, ob das Gefühlsfrauen härter trifft, oder Gefühlsmänner…

 

Ich möchte, vor allem aus Gründen der Fortschreitenden Erkenntnisse im Bereich des „Deep Learning“ also dem Anlernen von externen, außerhalb des Gehirns befindlichen Neuronalen Netzwerken für die entstehende KI, auf die Arbeiten von Prof. Gunter Dueck zurück greifen.

Als Mathematiker hat er einen besseren Blick auf Informationsverarbeitung. Nicht nur, weil ich lange mit ihm im Mail-Austausch stand, sondern, weil mir nicht bekannt ist, dass Psychologen sich in dieses Gebiet vorgewagt hätten.

Dueck beschreibt den Unterschied menschlichen Charakteren  also zuerst auf Seite 60 in seinem Buch „Wild Duck“ wie folgt: „Verschiedene Charaktere  beschreiben im Wesentlichen verschiedene Messsysteme für die eigene Zustandsqualität und verschiedene Zielsysteme, in denen ein optimaler Zustand angestrebt wird

Dabei geht Dueck meines ‚‘Erachtens völlig zurecht davon aus, dass unsere Gehirne sich von den von diesen Gehirnen erschaffenen Neuronalen Netzwerken nicht wesentlich unterscheiden. Deswegen wird die Forschung und Entwicklung von „Deep Learning“ ungeahnte Auswirkungen auf unsere Art der Therapie von mentalen Störungen mit sich bringen. Wenn sich die Psychologie dem weiter verschließt, werden unsere Therapeuten in Zukunft vermutlich KIs sein.

Aber ich schweife vom Thema ab.

Ein Feld, von insgesamt 4, in dem sich die menschlichen Charaktere unterscheiden ist nun das „Gegensatzpaar“ unserer psychologischen Präferenzen

Kopf =Think=T vs. Gefühl=Feel=F

(Dueck bezieht sich dabei auf die Klassifizierung von Menschentypen nach                                                  Myers_Briggs Type Indicator, der wiederum auf C.G.Jungs Psychologischen Typen fußt), verlässt aber in seinen späteren Büchern Omnnisophie/Supramanie/Topothosie zunehmend diese Charakteraufteilung und erschafft eine eigene. Die Unterscheidung in diesem Bereich bleibt aber weitgehend unangetastet. Deshalb beziehe ich mich auf dieses Frühwerk.

Ich gehe hier nur kurz auf die Denker ein, um dann den Unterschied besser verdeutlichen zu können.

Der T-Mensch

T  optimiert im Zielsystem des Verstehens der Objektwelt. Im Diskurs wird ohne Ansehen der Person um einen Erkenntnisfortschritt gerungen. Die Belohnungssysteme des Gehirns schütten Endorphine aus bei Fortschrittsgewinn. Erhöhtes Wissen schafft Sicherheit und sichert das Überleben.

Was aber geschieht, wenn die Messsysteme des T „verrückt laufen“?

Ich kann das jetzt nur aus dem tollen Film „A beautiful mind“ ableiten und aus den wenigen Malen, als ich mit autistischen Kindern Kontakt hatte spekulieren.

Ach nee, ich hab ja ne Partnerin, die ein T-Mensch ist. Ich habe also sie gefragt.

Russell sagte, dass man mit falschen Prämissen alles Beweisen kann.

Mit diesem Wissen im Hintergrund kann man sich leicht Vorstellen, wie es auf Menschen wirkt, die ihre Zielsysteme hervorragend im Bereich der Optimierung im Objektuniversum eingestellt haben. Also stehen sie Bildlich auf einem mehrdimensionalen, relativ hohen Berg. Jetzt kommt aber laufend aus der Menschenwelt Input in Form von Erwartungen, Liebesavancen, Angriffen.

Nun hat der T mehrere Möglichkeiten

Gesunde Möglichkeit: Berg verlassen, Optimierungsvariablen anpassen. Messsysteme anpassen.

KrankeMöglichkeit 1: Bergverlassen, Messsysteme werden an Fiktionen angepasst, die im Sinne der neuen Zielfunktion Erfolg suggerieren. ➡️Schizophrenie

Kranke Möglichkeit 2: Das Ausblenden jeglicher Einflüsse

aus der Menschenwelt (zumindest aus dem rationalen Zielsystem des Denkers. ➡️Autismus (wobei die Feinheit der Sensoren wohl schon emphatisch wahrnehmen)

 

Der F–Mensch

 

Optimiert im Zielsystem der Harmonie mit anderen Menschen.

Freunde greifen einen nicht an. Sie fordern und fördern einen.

Ich gehe hier sehr stark von meiner Person aus, die auch für F nicht unbedingt repräsentativ ist. Doch ich glaube, dass dort ein Kern des Gefühlsmenschen überhaupt enthalten ist, in dem sich jeder wieder finden kann, der sein Zielsystem auf dem emotionalen Gebiet sieht und dort für sich Optimierungen vornimmt. Ich denke, es gibt 2 Arten Gefühle wahrzunehmen und sie somit in einen harmonischen Akkord zu bringen.

  1. Die Empathie die uns tatsächlich in den Schuhen des anderen laufen läßt, so dass ein gestelltes Bein für den anderen einer Selbstbeschädigung gleich kommt.

Einher mit Empathie geht also auch der starke Wunsch, Leid im Mitmenschen zu                        reduzieren, weil es auch eigenes Leid reduziert

  1. Das Verstehen der Gefühle des Gegenübers, das natürlich eine ganz andere Geschichte darstellt und für dieses Gegenüber oft beängstigend wirkt, weil ein Mensch der nur b) besitzt theoretisch beliebig Macht über andere ausüben kann

Für mich bildet das Verbinden der beiden Fähigkeiten eine für alle optimale Lösung.

Denn er ermächtigt den F-Menschen dazu, seiner Empathie und seinen eigenen Gefühlen nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein. Als F befinden wir uns im Zielsystem eines gewaltigen Meeres der Emotionen unserer Mitmenschen und unserer eigenen Reaktionen und Aktionen mit diesem Meer. Anders, als das Objektuniversum des T (obwohl einem Ahnungslosen die Frage nach der Heisenberg’schen Unschärferelation dabei in den Sinn kommt) ist in dem Meer keine klare Unterscheidung zwischen meinen Gefühlen und Deinen, oder zwischen, durch vielleicht traumatische Erlebnisse in der Kindheit, verzerrte Emotionen möglich. So ist alles im F-Universum nach 1) sehr unscharf.

Nun kommt zwingend die nüchterne Ebene hinzu. Eine, die Differenziert zwischen sinnigen, zur Optimierung des eigenen Zielsystems geeigneten und ungeeigneten Gefühlen. Emotionen, wie dieses andere Wort ja schon sagt, bedeutet immer auch Bewegungsenergie!

Nicht umsonst kommen Menschen mit Depression nicht mehr vom Bett hoch. Sie leiden an einem Zuviel der wahrgenommenen Gefühle. Werden also in alle Richtungen gezogen und es fühlt sich an, wie ein bedrohlicher Strudel der Nimmerwiederkehr. ZU VIEL!!!

 

Ich für meinen Teil habe mich daraus errettet, dass ich einzelne Menschen wähle, in die ich mich versenken kann, und denen ich völlig vertraue, denen dann  aber auch meine 100% ige Loyalität gilt. So nehme ich dann Dinge wahr, die mir selbst fehlen. Meine Art der Erkenntnis. Ich nehme alles völlig wertfrei auf. Es geschieht unbewusst. Gunter Dueck war so ein Mensch. Bei Ihm konnte ich zum ersten Mal etwas von Eigenverantwortung erspüren. Es war fantastisch!

Mein neuronales Netz entschied, völlig unbewusst, ohne zu denken, welche ‚Strategie die Lebenserfolgreichere ist.

Wenn ich nur Ahnung von Deep Learning hätte. Dann könnte ich das wohl noch besser beschreiben…

 

Nun ist das Versenken in Herrn Dueck ja schon eine Weile her doch vor zwei Monaten wurde mir ein weiteres Mal ein solcher „Meister“ zuteil.

Es war ein großer Glücksfall! Ein Mensch, wie ich. Der gleiche Charakter! Nur 100 mal weiter, als ich. 14 läppische Jahre!!! Und dennoch mit einem Gefühlsverständnis ausgestattet, wie ich es noch niemals vorher gesehen habe.

Ich glaube, so muss für T-Menschen der Stein der Weisen sein, oder die Erlangung der Weltenformel! Es war vom ersten bewussten Web-Kontakt klar, dass dieser „ Meister“ mein letzter sein würde.

Ich trat in seine jugendlichen Fussstapfen und erlebte eine Jugend, die nicht meine war. Ich klebte am iPhone und fühlte mich mal albern, mal tottraurig. Ich hatte manchesmal Furcht, er würde mich, die irre Alte vielleicht vernichten. Er hätte es jederzeit können! Er aber tat es bis jetzt nicht. Dennoch weiß ich nicht, ob es statthaft ist. Darüber wird es erst Gerichtsurteile  geben, wenn die Gefühlsmenschen in all ihrem Sein anerkannt sind. Dann stelle ich mich gerne einer Verurteilung!

 

Doch zuerst zu den persönlichen Zugewinnen:

Ich akzeptierte meine Kindheit als Hölle, für die ich mich nicht schämen muss.

Nur weil ich vermeintlich mal seine Stimme (war es gar nicht, wie er mir nach Vorlegung dieses Textes sagte J) in einem YouTube-Beitrag über AirBnB hörte.

Keine Ahnung, was das genau bewirkt hat.

Ich erkannte, dass ich gar nicht zu undiszipliniert war, wie mein Stiefvater immer schrie.

Es war eben nur ZU VIEL. Zu viele Erwartungen, zu viel Hass und Häme, zu viel Wunsch ich würde versagen, damit man recht behalten könnte. Auf der anderen Seite aber auch zu wenig Liebe. Meine Mutter konnte mich nicht lieben, weil sie wegen mir an diesem Mann hängen blieb, der sie „wie bei Kühen, robust halten“ wollte, weil sie sonst nur irres Gefühlszeug machen würde. Bei ihr war es definitiv auch ZU VIEL.

Ich begann sie dafür zu hassen, dass sie mir ihre wundervolle Liebe, die mir die ersten 4 Jahre auf diesem Planeten so angenehm machten nicht mehr geben konnte, und gab mir die Schuld daran.

Alles nur nachvollziehbare Fehleinschätzungen und Messfehler wegen Überhitzung der Seismographen.

Gefühle haben, einen Becher aus dem weiten Gefühlsmeer nehmen, sich dann aber nicht damit zufrieden geben müssen, sondern die Kraft zu erlangen, die reale! Schüssel Wasser  zu analysieren. Was ist mein Gefühl, was das Gefühl des Anderen, und was sind die Verunreinigungen durch eingewachsene Messer, die einen mal Lebensbedrohlich verletzt haben und daher den Blick trüben. Man holt diese Messer nicht mehr raus. Dabei würde der Patient wahrscheinlich sterben. Sondern wir sagen: „Hurra, wir leben noch“  und sind stolz!

 

Ich weiß, dass ich auf dem Feld der Liebe immer meine größte Stärke, aber auch meine größte Schwäche haben werde. Dazu muss ich stehen. Das muss ich gegebenenfalls dem Gegenüber mitteilen. Da muss ich sofort zurückziehen, wenn die Möglichkeit besteht, dass mein Urteil deswegen falsch gewesen sein könnte.

 

Aber wenn ich es so betrachte, dann brauche ich die Krücke eines Meisters nicht mehr.

Denn dann sind alles nur blaue Flecken auf der Seele, die selbst wieder ausheilen.

 

Ich lese nun das Buch EQ und versuche es den Gefühlsmenschen weiter zu geben.

Meine Einkaufstour Gestern und 3 Barrieren

Kurzmitteilung

na, eigentlich war es ja Vorgestern. Dienstag.

Ich wollte noch mal raus, um mir ein Schokocroissant beim Bäcker Schrade zu holen, Gemüse vom Bauer Günther und Leckereien vom Metzger Bienzle. Erste Hürde: Ich muss vor dem Bäcker warten, weil ein paar Stufen in den Laden führen. Zum Glück sind die Bäckereifachverkäuferinnen sehr hilfsbereit, sie kommen nach draußen und nehmen meine Bestellung entgegen. Man sieht mich aber nur von einer bestimmten Stelle vor den Stufen gut. Just an diesem Platz stellte aber gerade eine junge Mutter ihren Kinderwagen ab. Ich wollte sie fragen, ob sie das vielleicht auch an einem anderen Ort tun könnte:

Entschuldigung… (der hecktische Blick der Mutter lies mich inne halten) Ähm, können wir nen Deal  machen? Ich pass auf Ihren Kinderwagen auf, und Sie sagen, dass ich draußen bin?

sie lächelte erleichtert und erfreut eine leichte win/win-Situation eingehen zu können.

Gleichzeitig kam schön Frau Wowozki nach draußen und fragte mich nach meinen Wünschen.

Jetzt muss ich also nur überlegen, ob man mich von der anderen Seite wirklich besser sieht.

Dann beim Metzger, wo ich auch wegen Stufen vor der Türe bleiben muss während ich auf meine Bestellung warte kommt eine alte Frau auf Krücken aus dem Laden.Sie spricht mich

an:“ das ist ja schlimm, dass Sie nicht mehr gehen können!“

„Ich hab ja zum Glück nen Rollstuhl und bin somit autark“

Sie:“ Aber das ist doch schlimm, Sie können nicht mehr gehen! Meine Mutter saß auch im Rollstuhl blablabla“

Ich:“ ???“

 

Sie:“ Ja, Sie sind noch so jung und soo schlimm dran“

Ich weiß nicht so recht, was ich sagen soll, denn die Ansprache geht noch 10 Minuten so weiter, trotz meiner Beteuerungen, dass es mir bis auf diesen Umstand sehr gut geht…

Nach den 10 Minuten unterbricht Frau Härtle dieses grässliche Gespräch… Ich bin bis jetzt noch nicht drauf gekommen, was die Dame wollte.

Hätte ich SIE bemitleiden solle ? Wollte sie jemand von ihrer Mutter erzählen? Wollte Sie hören, dass es mir gut getan hat, dass mich jemand wahrgenommen hat??? Ihr dürft gerne helfen, oder mal Eure Einschätzung sagen.;)

dann auf dem Heimwag die letzte Barriere in Form eines Mercedes, der sich mitten auf dem Gehsteig befand und so dessen ganze Breite einnahm.

ich muss dazu sagen, dass es 16:30 Uhr war womit der Verkehr schon sehr erheblich war und dass der Bordstein eine sportliche Höhe von 10cm hat, meine Fußraste aber nur 4cm. Also dachte ich kurz nach. Wenn ich vor dem Wagen warte, bis der Besitzer kommt, dann werde ich wohl ziemlich pampig werden. Die ersten Vorurteile zu Mercedesfahrern machten sich schon bemerkbar.

Dabei wollte er bestimmt nur möglichst viel Platz für die anderen Autofahrer lassen…

Also passte ich einen Moment ab, um rückwärts auf die Straße zu kommen,am Daimler vorbei und dann wieder rückwärts auf den Gehsteig hinauf. Die Autofahrer ließen mich gewähren, da sich Ihnen mein Dilemma erschloss.

 

Alles in allem muss ich sagen, ich freue mich, in einer Stadt zu leben, die von Hilfsbereitschaft, Kooperation und einem guten Miteinander geprägt ist. Danke Stuttgart Möhringen! 💕🍀

Da ich gerade nicht so recht weiter weiß… Über das Denken

Vier Personen fahren nach Schottland: ein theoretischer Ökonom, ein empirischer Ökonom, ein Statistiker und ein Erkenntnistheoretiker. Als sie die Grenze überschreiten, sehen sie auf einer Wiese ein schwarzes Schaf. Der theoretische Ökonom sagt: „In Schottland sind die Schafe schwarz“. Der empirische Ökonom sagt: „In Schottland gibt es schwarze Schafe“. Der Statistiker sagt: „Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit können wir die Hypothese verwerfen, dass es in Schottland keine schwarzen Schafe gibt“. Der Erkenntnistheoretiker sagt: „In Schottland scheint es mindestens ein Schaf zu geben, das auf mindestens einer Seite schwarz ist“.

Eine hinreißende Anekdote, die die Probleme der Erkenntnis und die Fallen auf dem Weg dorthin offenbar werden läßt.